Duisburg kann auch grün sein – Rheinaue Friemersheim

Der Ruhrpott ist doch total trist und grau!“ Diesen Satz höre ich immer wieder von Leuten, die  nicht hier geboren oder aufgewachsen sind. In den Köpfen der Leute ist der Ruhrpott immer noch ein Moloch aus Zechen und Betonklötzen mit Kohlenstaub in der Luft. Aber sind wir mal ehrlich: Das ist schon seit meiner Kindheit nicht mehr so und ich bin mittlerweile auch schon zarte 30 Jahre alt und habe nie woanders gewohnt als im Pott.

Wir im Ruhrgebiet haben nicht nur den Luxus, dass eine Stadt direkt an die nächste grenzt, sondern auch verdammt viel Natur um uns rum. Die alten Abraumhalden aus der Bergbauzeit sind heute bewachsen und selbst alte Industrieanlagen betten sich perfekt in die Umgebung ein.

Im Mai bin ich von Gelsenkirchen nach Duisburg gezogen und versuche nun hier neue Lieblingsorte für mich zu finden. Klar kenne ich Duisburg schon als Tourist, aber hier zu wohnen ist nochmal was anderes. Ich wohne fußläufig nur 10 Minuten vom Rhein entfernt und auch die Ruhr ist direkt umme Ecke.

Ich bin zwar noch nicht lange auf der Suche, aber einen Lieblingsort möchte ich euch heute vorstellen: Die Rheinaue in Duisburg Friemersheim.


An einem heißen Sonntag im Mai bin ich mit Lesestoff und Kamera bewaffnet ins Auto gestiegen und Richtung Rheinaue Friemersheim gefahren. Ich hatte Bock auf Natur, Wasser und wenig Menschen und genau das hab ich auch bekommen.

Direkt am Rhein sind Sandbänke, die sich wie kleine Strände aneinander reihen. Von hieraus hat man eine tolle Sicht auf die vorbei fahrenden Schiffe und die Rheinaue Ehingen. Mit nem Comic in der Hand lässt es sich hier wirklich fantastisch aushalten.

Das Wetter an dem Tag war aller erste Sahne und der Himmel gab sein bestes mit wunderschönen Wolkenbergen.

Aber in den Rheinauen gibt es nicht nur Sandbänke und Wolken Porno, sondern auch Unmengen grüner Wiesen mit wildem Klee, Butterblumen und Wicken. Und wenn man ganz viel Glück hat, kann man sogar Schafe auf eine der Weiden entdecken.

Ich kann euch die Rheinaue in Friemersheim nur empfehlen. Ein wirklich schönes Fleckchen Erde direkt im Ruhrpott.

Habt ihr einen Lieblingsort bei euch in der Stadt und würdet mir den verraten?

Here’s to new beginnings!

April scheint bei mir der Monat der Veränderungen und Neuanfänge zu sein. Gerade erst letztes Jahr im April habe ich einen neuen Job angefangen und somit neue Leute und Perspektiven für mich entdeckt. Ein neues Kapitel wurde aufgeschlagen.

Jetzt haben wir bald wieder April, genau ein Jahr später und wieder steht eine Veränderung in meinem Leben an. Ich breche meine Zelte in Gelsenkirchen ab und ziehe, diesmal jedoch alleine, nach Duisburg. Ja ich bleibe dem Ruhrgebiet erhalten, ziehe nur etwas näher an den Rhein und die Arbeit. Ich nenne es mal ein neues Unterkapitel, denn das letzte ist noch lange nicht abgeschlossen.

Vielleicht liegts aber auch einfach daran, dass der April mein Geburtsmonat ist und ein neues Lebensjahr für mich ansteht. Der Kopf spielt verrückt, weil man nun wieder ein Jahr älter wird und reflektiert sein bisheriges Leben ein bisschen zu kritisch.

Aber vielleicht ist das auch einfach alles Quatsch und manchmal kommt ein Punkt im Leben, an dem man besser nach vorne schaut, als sich immer nur an der Vergangenheit festzuhalten. Sich das einzugestehen ist bestimmt nicht leicht und es braucht unglaublich viel Mut dazu, aber nur so kann man an dem ganzen Bullshit, dem einem wiederfahren ist, wachsen.

here’s to new beginnings! more awesomeness, less consideration.

Zeche Zollverein – Industriekultur meets Welterbe

Endlich mal wieder Zeche aufm Blog! Ich bin ja auf der stetigen Mission, meinem Freund Daniel die Industriekultur des Ruhrgebiets näher zu bringen. Angefangen haben wir damit im Oktober 2014 und schon Anfang letzten Jahres stand die Zeche Zollverein in Essen aufm Plan und erst heute merke ich, dass ich euch die Fotos von „damals“ noch gar nicht gezeigt habe. Dabei ist Zollverein eine der schönsten Zechen wo gibt und nicht umsonst seit 2001 UNESCO Welterbe.

Zeche Zollverein

Die Zeche Zollverein war eins der größten Steinkohlekraftwerke und von 1851 bis 1986 in Betrieb. Als Markenzeichen der Zeche gelten heute der Doppelbock- Förderturm und die neusachlichen Stahlfachwerk Gebäude. Auf Zollverein schlägt jedes Zechen-Fetisch-Herz höher, ja und ich zähl mich dazu! Auf dem Geländer der Zeche und der angrenzenden Kokerei kann man sich gar nicht satt sehen, so viel schönes gibt es hier zu sehen.

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Ruhr Museum

Wer Bock auf noch n bisschen mehr Kultur und Geschichte der Zeche Zollverein hat, der kann sich im Gebäude der ehemaligen Kohlenwäsche das Ruhr Museum ansehen. Hier gibt es nämlich seit der Eröffnung eine Dauerausstellung zu Zollverein.

2006 wurde der Eingang übrigens neu gestaltet und die charakteristische 55 m lange und 24 m hohe orange beleuchtete Rolltreppe installiert. Diese orange beleuchteten Treppen gibts nämlich auch im Museum und sind ne echte Augenweide.

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Eislaufbahn

Im Winter kann man übrigens auf Zollverein sogar Schlittschuh laufen und zwar mitten durch die Kokerei,  entlang der Koksöfen und Schornsteine! Das könnte alles so schön sein, aber leider ist es wirklich immer so extrem voll. Dafür ist zu der Zeit die ganze Kokerei in verschiedenste Lichter getaucht, was dann doch einiges wieder wett macht.

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An alle Zechen Verrückten da draußen: Die Zeche und Kokerei Zollverein lohnt sich und ich kann euch eine Führung durch die Kokerei nur empfehlen. Für Fotointeressierte gibt es sogar extra Führungen.

Den kleinen, architektonischen Bruder gibts übrigens in Gelsenkirchen im Nordsternpark zu begutachten. Gleiches neusachlichen Stahlfachwerk, nur alles n bisschen kleiner.

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Fotoworkshop bei Berit

Im Oktober war ich beim 1. Fotoworkshop von Berit dabei und habe euch noch gar nicht meine Ergebnisse gezeigt. Berit macht, wie ich finde, wunderschöne Fotos, die eine ganz bestimmte Atmosphäre verbreiten. Ihr Stil gefällt mir unglaublich gut und deshalb hab ich mich direkt für den ersten Workshop-Termin eingetragen.
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Anfang Oktober war es soweit und ich durfte die heiligen Hallen der Bürogemeinschaft Oppa Franz betreten. Wir waren eine recht überschaubare Gruppe, was ich richtig super fand. So konnte sich jeder seinen Platz nehmen und den Ideen blieb genug Raum.

Zu Anfang wurde kurz auf die Einstellungen und Funktionen der Kamera eingegangen und schwupps wurden wir auch schon ins „kalte“ Wasser geschmissen. Es gab so unglaublich viele Photoprobs. Neben Tellern, Besteck und Gläsern, gab es auch Unmengen an wunderschönen Blumen und wirklich sehr ansehnliches Essen. Jeder konnte sich also richtig austoben.

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Weil ich ja eher Natur, Menschen und Tiere fotografiere, aber mit Food- und Blumenfotografie so gar nix am Hut habe, fiel es mir am Anfang etwas schwer einen roten Faden zu finden.
Aber nachdem ich den anderen ein bisschen zugeschaut habe, packte auch mich die Kreativität und ich verschwand im Garten mit Blumen und leckeren Törtchen. Unglaublich!


Berit hat bei jedem mal drüber geschaut und Tipps, sowie Anregungen gegeben, aber jedem seinen Raum gelassen. Ich fand es total interessant zu erfahren, wie bestimmte Fotos von ihr in Szene gesetzt wurden und wie viel Körpereinsatz dabei gefragt ist.

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Am Ende war mein Magen voll mit leckerstem Essen und mein Kopf voll mit Ideen. Die Tage nach dem Workshop war ich so voller Inspiration, dass ich an jeder Ecke ein Motiv zum Fotografieren fand, auch wenn ich gar keine Kamera dabei hatte.

Der Workshop hat mir den Spaß am Fotografieren zurück gebracht und mir gezeigt, dass egal mit welchem Medium man nun seine Fotos aufnimmt, der Spaß im Vordergrund stehen sollte.
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Ich kann jeden den Workshop bei Berit wärmstens ans Herz legen. Die nächsten Termine stehen schon fest und wer jetzt Interesse hat, der schaut doch einfach mal bei Berit aufm Blog vorbei.

Emscher Landschaftspark – des Ruhrpotts grüne Lunge

First things first: ich wünsche euch einen schönen 1. Advent!

Und ohne lange Umschweife werde ich euch nun von meinem kleinen Abenteuer durch den Emscher Landschaftspark berichten. Einige von euch werden sich jetzt fragen, wie Emscher Landschaftspark?! Ist die Emscher nicht dieser hässliche Kanal voll mit übel riechenden Abwässern? Wer will da denn freiwillig seine Zeit verbringen, da stinkt es doch nur.

Das mag früher so gewesen sein, aber vor ein paar Jahren haben sich 20 Städte und Kreise zusammengetan und den Emscher Landschaftspark ins Leben gerufen, ein über 450 km² großes Areal bestehend aus Parks, Halden (zum Teil mit Landmarken), Industriekultur, Fahrradwegen und vielem mehr. Der Landschaftspark zieht sich auf 25 Stationen von Duisburg bis hin nach Bergkamen und bildet damit die grüne Lunge des Ruhrgebiets. Bis 2020 soll der komplette Landschaftspark fertig gestellt sein.

Meine Reise startet mit einigen anderen Bloggern an einem Samstagmorgen um 9 Uhr in Essen am HBF. Hier erwartet mich bereits Marja von GoBetween, Sabine von Emscher Landschaftspark und Reinhard von Ruhrtour, der uns den ganzen Tag mit Fakten und Anekdoten über das Ruhrgebiet und das Emschertal füttern wird. Mit einem kleinen Reisebus machen wir uns auf den Weg.

Station 1: Haus Ripshorst

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Nach kurzer Fahrzeit schmeißt uns der Busfahrer an unserer ersten Station in Oberhausen raus. Während wir durch den Gehölzgarten laufen und Reinhard uns mit Fakten versorgt, laufen wir durch dichten Nebel. Kaum ist man ein paar Schritte gegangen, erkennt man schon den zurückgelegten Weg nicht mehr. Deswegen sehen wir auch erst recht spät den Zauberlehrling, ein künsterlisch verformter Strommast, der seit der Emscherkunst dort steht und für Belustigung sorgt.
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Weiter geht es entlang des Rhein Herne Kanals. Von der Brücke aus hat man einen tollen Blick auf das Gasometer in Oberhausen, wenn nicht der viele Nebel wäre. Nach kurzer Zeit erreichen wir dann das Haus Ripshorst, dass im Emscher Landschaftspark als Informatonszentrum dient. Betritt man das Haus Ripshorst befindet sich auf dem Boden eine interaktive Karte, die bei Berührung Informationsfilme zu den ingesamt 25 Stationen liefert.

2. Station: Nordsternpark

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Wir fahren weiter nach Gelsenkirchen zum Nordsternpark. Der Nordsternpark war ursprünglich eine Bundesgartenschau auf der ehemaligen Anlage der Zeche Zollverein und ist heute als Park für die Öffentlichkeit zugänglich. Neben einem Wasserspielplatz, gibt es hier auch ein Amphitheater, dass regelmäßig für Konzerte und Veranstaltungen genutz wird.


Direkt durch den Nordsternpark fließt hier die Emscher, allerdings noch in ihrer Urpsrungsform und nicht renaturiert, wie im restlichen Emscher Landschaftspark. Im Nordsternpark gibt es sogar einen begehbaren Stollen. Dieser wurde ebenfalls für die Bundesgartenschau von Lehrlingen des Bergwergs HUGO Consolidation gebaut und ist ganze 63 Meter lang.

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Wer Informationen zur Renaturierung der Emscher und anderen Bauvorhaben haben möchte, kann sich in die oben gezeigten blauen Rollen stellen und mit Herbert Knebel persönlich telefonieren. Klappt aber auch von zuhause aus. Das Herzstück des Nordsternparks dürfte aber der Nordsternturm mit seinem Herkules oben drauf sein. Den Nordsternturm kann man übrigens für ne schmale Mark sogar betreten.

3. Station: Halde Hoheward

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Nach einem kurzen Mittagsessen machen wir uns auf zur 3. Station der Reise, der Halde Hoheward in Herten. Bevor es aber auf die Halde geht, kehren wir noch ins Emscher Landschaftspark Besucherzentrum ein und dürfen dort die schwarze Kaue der ehemaligen Zecke Ewald bestaunen. Im Besucherzentrum kann man übrigens an Segwaytouren auf die Halde teilnehmen.


Weil die Zeit knapp bemessen ist, werden wir mit dem Bus die Halde hoch gefahren, sowas hab ich auch noch nie erlebt. Normalerweise wird von mir jede Halde mit meinen Füßen bezwungen. Aber mit dem Bus auf die 150 Meter hohe Halde fahren ist eine echtes Erlebnis. Die Halde Hoheward bildet mit der Nachbarhalde Hoppenbruch die größte Haldenlandschaft des Ruhrgebiets. Oben angekommen kann man direkt 2 Landmarken bestaunen, das Horizontobservatorium und die Sonnenuhr samt Obelisken. Der Ausblick von der Halde ist wie immer atemberaubend.
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Station 4: Ökologiestation Unna

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Unserer letzte Station ist die Ökologiestation Unna in Bergkamen. Als wir ankommen findet hier gerade das Apfelfest statt und auf dem ganzen Hof finden sich kleine Stände mit selbstgemachten Dingen.
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Die Ökologiestation befindet sich in dem alten Gutshof „Schulze-Heil“ und beherbergt verschiedenste Verbände, die sich mit Umwelt und Naturschutz beschäftigen. Hier wird das Wort Nachhaltigkeit groß geschrieben. Das Wasser für die Toiletten ist schlichtweg aufgefangenes Regenwasser und es gibt sogar eine eigene Pflanzenkläranlage. Außerdem gibt es hier Bienenstöcke und einen Bio Schweinestall zu bestaunen.
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Die am Ende nicht ganz so kleine Reise durch den Emscher Landschaftspark hat mir und meinen Mitstreitern sichtlich Spaß gemacht. Am Ende des Tages war ich so kaputt, aber um so viele Eindrücke und Erfahrungen reicher. Vielen Dank an Sabine und Reinhard für die unzähligen Informationen und auch an Marja für die Organisation!

Wenn ich jetzt euer Interesse geweckt habe den Emscher Landschaftspark mal selber zu bestaunen, dann findet ihr unter emscherlandschaftspark-blog und metropoleruhr massig Informationen dazu. Wer selber mal eine Tour mit Reinhard mitmachen will, kann diese unter ruhrtour planen.

Die Beiträge meiner Mitstreiter findet ihr unter pottgewaechs.de, Wahlheimat.ruhr und Eichental.