Heimat

Heimat! Was versteht man unter Heimat? Für mich ist das dieses eine bestimmte Gefühl im Bauch. Die Erinnerungen, die man mit bestimmten Gegenständen bzw. Orte verbindet. Sein es schöne oder schlimme Erinnerungen. Lange Zeit habe ich meine Heimat verdrängt, ich wollte nichts mit ihr zu tun haben. Vor kurzem war ich dann mal wieder da und habe mich wieder in dieses Fleckchen Erde verliebt.

Morgens an dem gleichen Tisch frühstücken wie zu Kinderzeiten, an der Gartentür stehen und einfach den Blick ins Grüne genießen. Barfuß durch das Gras gehen und sich schwarze Fußsohlen laufen. Den Geruch der unterschiedlichen Blumen in sich aufnehmen.


Umgeben sein von all diesen Dingen, die man Zeit seines Lebens kennt. Sei es die schwarz weiß gefleckte Nachbarskatze, die sich erst nach Jahren den Bauch von mir hat streicheln lassen. Zu wissen, wie weit der nächste Tante Emma Laden entfernt ist, damit man sich dort Bonbons oder Wassereis kaufen kann. Im Dunkeln durchs Haus laufen, ohne sich einmal den Zeh zu stoßen.

Was dann schmerzt, ist zu sehen, wie sehr sich diese Heimat verändert hat. Der Platz auf dem man als Kind mit Kreide gemalt hat oder Seil gesprungen ist, wurde nun umfunktioniert zu einem Parkplatz. Der Spielplatz ums Eck besteht nur noch aus dreckigem alten Sand und besitzt kaum noch Spielgeräte. Das Rosenbeet auf der Gassiroute musste einer Rasenfläche weichen. Die Hauptschule ist nun eine Fachhochschule und die verwunschenen Gärten, die einem damals Angst einjagten, gibt es einfach nicht mehr.

Machmal würde ich die Zeit gerne anhalten. Etwas länger verweilen im Augenblick. Egal ob qualvoll oder wunderschön.