bottrop

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Gartenparadies bei Mama

Bottrop ist für mich Heimat, für viele andere aber eher ein ziemlich üsseliger Ort. Aber auch in Bottrop gibbet schöne Ecken, nämlich bei meiner Mama im Garten! Okay, diese Wohlfühloase ist jetzt nicht für jeden begehbar, aber ich will trotzdem einmal damit prahlen, wie toll dieser Garten ist.
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Ich weiß nicht, ob das bei anderen Familien auch so ist, aber unser Garten war immer im Wandel. Damals, als wir noch kleine Kinder waren, gab es nur Wiese und einen gigantischen Sandkasten. Darin hätte ich Tage, ach sogar Wochen verbringen können. Kinder Geburtstage wurden dort gefeiert oder ein Zeltlager aufgeschlagen. Mein Bruder und ich haben immer meinen Vater dazu gezwungen mit im Zelt zu schlafen. Es war ein Zweierzelt und draußen der heißeste Sommer seit immer.
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Irgendwann musste der Garten nicht mehr kinder gerecht sein und mein Vater legte sich mitten im Garten ein Rosenbeet an. Die Rosen waren wunderschön, mit so richtig dicken Blüten und im Sommer duftete es himmlisch. Außerdem kamen dadurch viele Insekten in den Garten und mein Kater entdeckte seine Liebe für das Töten von großen Libellen, dieser kleine Sadist!
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Mein Bruder ist gelernter Landschaftsbauer und so kam, dass bestimmt einmal im Jahr was am Garten verändert wurde. Plötzlich hatten wir in einer Ecke einen riesigen Bambusstrauch stehen, in einer anderen Ecke wurde ein Hochbeet mit Unmengen an Kräutern und Gemüse angelegt.
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Die letzte Verwandlung stand dann nach der Scheidung meiner Eltern an. meine Mutter wollte alles anders haben und ich glaub, dass hat mein Bruder super hin gekriegt. Jetzt gibt es nämlich keinen Rasen mehr, sondern es wurde Kies ausgestreut und ein Teich mit Bachlauf angelegt. Außerdem gibt es jetzt zwei Terrassen.


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Meinen Kater Robbie habe ich schweren Herzens vor über einem Jahr zu meiner Mutter gegeben und er liebt den Garten genauso wie ich. Immer wenn ichm meine Mutter besuche und frage wo mein kleiner Racker ist, sagt sie irgendwo draußen. Der Frechdachs sitzt gerne am Teich beobachtet die Fische und angelt auch manchmal nach ihnen. Deswegen liegt an der Terrassentür gerne mal ein toter Fisch.
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Hattet ihr in eurer Kindheit auch einen Garten hinterm Haus, oder habt vielleicht eure Liebe zur Natur erst heute entdeckt?

Ich persönlich vermisse es total und ein Balkon ist leider kein Gartenersatz.

Lieblingshalde

Wenn man im Pott geboren ist und dort aufwächst, dann kennt man Halden wie seine Westentasche. Allein in Bottrop gibt es so viele Halden, dass ich die vielleicht zählen könnte, aber die Namen nicht alle auf die Kette bekomme. Die berühmteste ist sicher die Halde Beckstraße mit dem Tetraeder oben drauf. Es gibt aber auch noch die Halde Haniel, oder Kreuzhalde, wie ich sie nenne. Die ist so berühmt, da war sogar schon der Papst Johannes Paul II. drauf und hat sich das Kreuz mal von näherem angeguckt. (mehr …)

Monatsrückblick November

November ist jetzt auch um und der letzte Monat des Jahres bricht an. Gleichzeitig ist auch noch meteorologischer Winteranfang. Im Laufe des Monats wurde es immer kälter und ich kramte die Wintersachen raus. Meine Garderobe ist nun begraben unter Mützen, Schals und Handschuhen. Leider war ich diesen Monat auch wieder eine Woche krankgeschrieben, weswegen der Monat eher mau war mit Unternehmungen.

Direkt am Anfang des Monats räumte ich die Reste der Halloweenparty weg, die ich in meiner Bude gefeiert habe und merkte da schon, dass ich wieder krank werde. Deswegen wurden alle Maßnahmen unternommen um eben nicht krank zu werden. Ich habe kläglich versagt!

Als es mir endlich besser ging, machte ich einen Sightseeing Ausflug nach Bottrop, um dem Freund das Tetraeder zu zeigen. Danach ging es dann noch auf den ersten Weihnachtsmarkt des Jahres, ebenfalls in Bottrop. Klein isser mit ca. 10 Ständen und dadurch leider auch total überfüllt. Trotzdem war das geschmückte Rathaus eine Augenweide!

Mitte des Monats hatte mein Freund Daniel Geburtstag und ich nahm mir dafür extra Urlaub. Wir wollten zu naniwa, darauf haben wir uns beide schon ewig drauf gefreut. Als wir auf den Laden zu gingen, mussten wir feststellen, dass die geschlossen hatten. Also ging es zu Butch Becker Burger essen und wir waren beide sehr enttäuscht. Die Pommes waren übertrieben fettig und der Burger total übersalzen, auf Kritik wurde nicht reagiert sondern nur die Nase noch etwas mehr nach oben geschoben. Danach gingen wir noch in die Altstadt und machten eine Fahrt mit dem überteuerten Riesenrad bei Dunkelheit. Boah war das romantisch!

Kino! Wenn man jemanden gern hat, der praktischerweise im Kino arbeitet, geht man viel öfter rein. Diesen Monat gab es Interstellar und gleich zweimal Tribute von Panem – Mockinjay Pt.1. Interstellar ist bei mir total durchgefallen. Ich mochte die stillen Weltallstzenen und den Sound des Films, aber die letzten 30 Minuten haben jegliche Epischkeit aus dem Film gerissen. Mockingjay hingegen hat mich verzaubert. Der Film ist so gut umgesetzt, weswegen ich auch gleich zweimal im Kino war. Die Verwandlung von Peeta hat mich ziemlich fertig gemacht und das Lied Hanging Tree macht mir jetzt bei jedem hören Gänsehaut. Auch der Soundtrack ist mit den Liedern von Lorde sehr passend!

Kommen wir nochmal zu Geburtstagen. Mein Freund bekam als Geschenk eine kleine Überraschungsparty, mit Batman Brownies, ordentlich  Bier und Chili con carne. Außerdem hatte meine Tante Geburtstag und so traf ich mal wieder den väterlichen Teil der Familie. Anstrengend, aber ab und zu doch ganz schön. Wir haben halt alle einen an der Murmel!

Endlich eröffnen wieder die Weihnachtsmärkte. Ich mag es ja so gerne über die Märkte zu schlendern und die Düfte einzuatmen und einfach dieses Weihnachtsgefühl zu spüren. Diesen Monat war ich, wie oben schon erwähnt, in Bottrop, Dortmund und Essen.

Veränderungen wird es demnächst geben, denn ich habe letzte Woche meine Wohnung gekündigt. Ich habe lange darüber nachgedacht, schließlich wohn ich hier noch nicht mal ein Jahr, aber eine nach Nikotin stinkende Heizung und furchtbare Nachbarn halte ich einfach nicht mehr aus. Das sind nur zwei der Dinge, die mich sehr bedrückt haben mit der Wohnung. Ich freu mich auf März und auf einen neuen Lebensabschnitt.

Und jetzt Futter:

Tetraeder zu Bottrop – ein Besuch in der Heimat

Bottrop – meine Heimatstadt. Hier bin ich im Stadtteil Batenbrock aufgewachsen und habe dort ganze 22 Jahre gelebt, nachdem es mich nach Dortmund zog.

Mein Freund wollte nun meine Heimatstadt kennen lernen und ich musste wirklich erstmal überlegen, weil ich Bottrop zwar mag, aber man da eigentlich keine Sehenswürdigkeiten hat, außer das Tetraeder! Also ging es eines nicht ganz so schönen Tages mit der Kamera bewaffnet in Richtung Bottrop um die Halde und dann das Tetraeder zu besteigen.
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Weil ich das Tetraeder schon immer kenne, aber die genauen Hintergründe nicht mehr zusammen bekomme, habe ch mich einfach mal bei Wikipedia bedient. Hier also ein paar Infos zur Landmarke Tetraeder:

Seit Oktober 1995 kann man auf der Halde Beckstraße in Bottrop Batenbrock die Landmarke Tetraeder nicht nur bestaunen, sondern auch begehen. Auf der Landmarke gibt es drei Aussichtsplattformen. Die erste befindet sich auf 18 Metern, die zweite auf 32 Metern und die dritte auf 38 Metern, das besteigen ist also nichts für Menschen mit Höhenangst. Zudem besteht jeder Boden aus Lochgitter und man kann so direkt in die Tiefe sehen.

Genug mit den staubigen Fakten, her mit den Bildern! Das Wetter an dem Tag war irgendwas zwischen Herbst und beginnender Winter. Es waren viele Wolken am Himmel, der Wind blies schon oben auf der Halde wie Hulle und es war dementsprechend kalt. Trotzdem konnte ich im „hellen“ noch ein paar schöne Bilder schießen.

Die Aussicht war trotz des diesigen Wetter atemberaubend. Ich konnte das Gasometer in Oberhausen sehen, die Essener City, die Schalke Arena und das Werk in Schüren, außerdem die Kreuzhalde und natürlich Bottrop von oben. Langsam wurde es dunkel und das Tetraeder erleuchtete in der Dämmerung. Auf der 1. Plattform schauten wir uns dann eine ganze Zeit noch die Stadtlichter an, bis es mir dann doch zu kalt wurde.

Es war wirklich schön, nach Jahren mal wieder das Tetraeder zu besteigen und Haldenluft zu schnuppern. Früher bin ich dort so oft mit Freunde auf dem Fahrrad hochgefahren und wir haben einfach in die Ferne geschaut und die Aussicht genossen. Bottrop hat zwar nicht viel kulturelles zu bieten, aber das Tetraeder ist einfach einsame Klasse und jeder sollte dort mal hochklettern und einen Blick auf das Ruhrgebiet von oben werfen. Außerdem isses umsonst!

Heimat

Heimat! Was versteht man unter Heimat? Für mich ist das dieses eine bestimmte Gefühl im Bauch. Die Erinnerungen, die man mit bestimmten Gegenständen bzw. Orte verbindet. Sein es schöne oder schlimme Erinnerungen. Lange Zeit habe ich meine Heimat verdrängt, ich wollte nichts mit ihr zu tun haben. Vor kurzem war ich dann mal wieder da und habe mich wieder in dieses Fleckchen Erde verliebt.

Morgens an dem gleichen Tisch frühstücken wie zu Kinderzeiten, an der Gartentür stehen und einfach den Blick ins Grüne genießen. Barfuß durch das Gras gehen und sich schwarze Fußsohlen laufen. Den Geruch der unterschiedlichen Blumen in sich aufnehmen.


Umgeben sein von all diesen Dingen, die man Zeit seines Lebens kennt. Sei es die schwarz weiß gefleckte Nachbarskatze, die sich erst nach Jahren den Bauch von mir hat streicheln lassen. Zu wissen, wie weit der nächste Tante Emma Laden entfernt ist, damit man sich dort Bonbons oder Wassereis kaufen kann. Im Dunkeln durchs Haus laufen, ohne sich einmal den Zeh zu stoßen.

Was dann schmerzt, ist zu sehen, wie sehr sich diese Heimat verändert hat. Der Platz auf dem man als Kind mit Kreide gemalt hat oder Seil gesprungen ist, wurde nun umfunktioniert zu einem Parkplatz. Der Spielplatz ums Eck besteht nur noch aus dreckigem alten Sand und besitzt kaum noch Spielgeräte. Das Rosenbeet auf der Gassiroute musste einer Rasenfläche weichen. Die Hauptschule ist nun eine Fachhochschule und die verwunschenen Gärten, die einem damals Angst einjagten, gibt es einfach nicht mehr.

Machmal würde ich die Zeit gerne anhalten. Etwas länger verweilen im Augenblick. Egal ob qualvoll oder wunderschön.