Persönliches

My voice it echoes my thoughts collide

Ich sitze hier mit meinem Laptop auf dem Schoß, lausche den Klängen von Memphis May Fires Beneath the Skin und stehe kurz davor in Tränen auszubrechen.

No one knows all the weight that she holds when she feels alone.
The memories, they haunt her.
No one sees all the pain she brings everywhere she goes.
She feels they’ll never want her.
All she wants is someone to notice; so sick of feeling invisible.
All she needs is someone to care.
If only they could see that she’s incredible.

Es ist mal wieder alles zu viel. Wenn ich das jetzt nicht nieder schreibe, dann werde ich erneut eine gedankenschwangere Nacht ohne Schlaf erleben. Es kommt mir so vor, als ob in mir zwei grundverschiedene Persönlichkeiten wohnen, die sich immer mal wieder abwechseln. Im einen Moment bin ich voller Tatendrang, kann den nächsten Morgen gar nicht erwarten und will das Leben spüren. Wache ich dann am nächsten Tag auf, ist dies alles verschwunden. Es fällt mir schwer das Bett zu verlassen, geschweige denn Nahrung zuzubereiten. Die Angst und der Ekel vor der Spezies Mensch haben mich an solchen Tagen in ihren Fängen, blöd nur, dass mein Job den Kontakt mit Menschen voraussetzt. Es ist schwer.

Man kann diese beiden Persönlichkeiten in schwarz und weiß aufteilen. weiß = Lebensfreude, Lust neue Menschen und Orte kennen zulernen, Glück, Spüren, LEBEN! schwarz = Furcht, Zukunftsängste, Zweifel, Menschenphobie, Unlust, Taubheit.

Heute war wieder einer dieser schwarzen Tage. Als ich morgens aufwachte bekam ich davon noch nichts mit. Schlaftrunken fütterte ich den Kater und machte mich fertig. Und da fing es auch schon an. Keine Lust mich herzurichten, für wen denn auch? Ich verlasse ungeschminkt und mit wüstem Haar die Wohnung. Die Luft draußen ist warm, ich trage fröhliche Klamotten (die vom Vortag) und bunte Schuhe. In mir breitet sich bereits der Nebel aus, auf der Arbeit werde ich alleine im Büro sitzen –  ein Lichtblick.

Die Arbeit verrichte ich gekonnt, aber ohne Leidenschaft. Sobald das Hotlinehandy klingelt setze ich meine Maske auf und wünsche der Person am anderen Ende einen Guten Morgen. Meine Stimme hört sich seltsam verzehrt an, aufgesetzte Freundlichkeit, darin bin ich König! Der Tag verstreicht, das einzige was mich über Wasser hält ist meine Spotify Playlist, der ich dringend Issues hinzufügen muss. Ein Mix aus Bands, die ich mit unvergesslichen Konzerten und somit Erinnerungen verbinde. Was anderes kann mich nicht retten.

Ich mache Feierabend, es regnet draußen und der Himmel ist düster. Endlich durchatmen. Ich spüre die kalten nassen Regentropfen auf meiner Haut und fühle zum ersten mal an diesem Tag bewusst meinen Körper. Sofort schießen mir die Tränen in die Augen und mein Kopf füllt sich wieder mit quälenden Gedanken. Ich treffe Robbie auf dem Heimweg, ich ignoriere ihn, weil ich so versunken bin in meinem Selbst. Erst an der Haustür fällt mir der kleine kupferfarbene Kater auf und wir gehen gemeinsam in die Wohnung.

Im Postkasten war ein Brief vom Grundversorger, ich bekomme direkt einen dicken Hals. Ich muss mich also wieder ans Telefon begeben, mich mit Menschen herum ärgern. Als ich auflege bin ich verzweifelt. Ich frage mich, ob nur mir diese Dinge so schwer fallen, oder auch anderen Menschen?

You took the fun out of living
When you took the life out of me

Ich bin mir sicher, dass es mir in solchen Momenten ohne diesen Blog, dieses Druckventil, erheblich schlechter gehen würde. Deswegen teile ich dies mit euch, es hilft mir ungemein. Den Druck, den ich am Anfang noch verspürte, ist durch das Schreiben weniger geworden. Ich werde jetzt die Anlage aus machen, mir die Badewanne mit einem tollen Badezusatz einlassen und mein Buch weiter lesen.
Ich hoffe ich halte mich dran und ende nicht mit Pyjama zusammengekauert im Bett!

It’s just becoming hard to care

Meine Gedanken fühlen sich schwer an. Als ob die Schwerkraft in meinem Kopf kräftiger ist, als die, die mich umgibt. Mein Kopf hängt auf meinen Schultern und versucht den Druck auszubalancieren. Aber langsam ist der Zeitpunkt erreicht, dass die Kräfte nicht mehr reichen und Schritt um Schritt nachlassen. Ich habe das Gefühl, dass mir die Lebensenergie ausgesogen wird. Dass es mir nicht vergönnt ist einen klitzekleinen Funken Glück zu spüren.

Wieso ist das Leben plötzlich so schwer? Ich komme weder vor noch zurück, als würde ich in Treibsand feststecken und ganz langsam versinken. Ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal in meinem Leben an einen Punkt komme, an dem ich nicht mehr weiter weiß.

Möglicherweise ist es ein Faktor des Erwachsenwerdens, aber kann das den wirklich so schwer sein?
War mein Leben bis jetzt nur zu einfach und mir ist alles in den Schoß gefallen und nun holt mich die kalte Realität ein und schlägt mir mit der Faust ins Gesicht?

Wenn ich genauer nachdenke und mein Leben bis jetzt Revue passieren lasse, dann waren da genug Stolpersteine, an denen andere hängen geblieben wären. Ich wurde als Teenager über Jahre in der Schule von mehreren Mitschülern gemobbt und Grund dafür war damals eine gute Freundin von mir. Ich wurde nicht physisch sondern psychisch gemobbt, ich glaube Mädchen haben für sowas eine Vorliebe. Die Zeit war die absolute Hölle, aber ich habe es überstanden und bin gestärkt aus der Situation hervor gegangen. Seitdem kann ich jedoch sehr schwer Vertrauen zu anderen Menschen, speziell anderen Mädchen, aufbauen. Das ist Fluch und Segen zugleich.

Die letzten großen Schläge in den Magen waren die Trennung und Scheidung meiner Eltern. Wenn sich die Eltern plötzlich nach 30 Jahren trennen, weiß man selbst mit 25 Jahren nicht wie man damit umgehen soll. Ich war am Boden zerstört, war es für mich doch immer was ganz besonderes gewesen keins dieser Scheidungskinder zu sein. Meine Eltern verhielten sich nicht mehr wie Eltern, ich musste die Rolle übernehmen. Ich denke, da war der Punkt erreicht, dass mein Körper und meine Seele nicht mehr konnten. Die Gedanken wurden schwerer. Schwerer als jemals zuvor.

I have grown sick of the sound of my heartbeat
And while the whole world breathes in unison
My lungs are my shield
To reject the world around me

Jede noch so kleine Berührung oder Bewegung führt mir Schmerzen zu. Ich möchte nicht fühlen, weil es so weh tut. Gleichermaßen vermisse ich das Gefühl, überhaupt etwas zu fühlen. Ich bin innerlich taub, mein Körper funktioniert, aber das Leben in ihm wurde pausiert. Vielleicht dient es als Schutz, damit er sich wieder regeneriert.

Ich weiß es ist schwer, aber ich versuche mein altes Ich zurückzufinden. Dieses Ich, dass Glück und Freude empfinden konnte, ohne im selben Moment dies direkt anzuzweifeln.
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Grumpy Mittwoch oder ich habe Blutdruck

Ich habe Blutdruck und das nicht zu knapp. Ich habe diese Woche mal wieder gemerkt, wie ungerecht die Welt doch ist. Meine Woche fing eigentlich ganz normal an, bis darauf, dass ich montags verschlafen habe. Aber egal, Montag halt! Den Arbeitstag bis 12 Uhr normal durchgebracht, Mittags in der Kantine gegessen, kurz mit Robbie aufm Weg zurück gekuschelt und dann weiter an die Arbeit begeben.

Zwischendurch war ich nicht im Büro und als ich wieder kam, sammelte mein Arbeitskollege seine Sachen ein und meinte ich geh dann jetzt. Ich dachte mir nicht viel dabei, weil er die Woche vorher krankgeschrieben war und wir sowieso uns nicht allzu ernst nehmen. Ich wollte schon gute Besserung sagen, aber dann machte es klick.

Er war gerade gekündigt worden und sammelte seine Sachen ein und war dabei seinen PC abzubauen. Kurze Zeit später kam heraus, dass ein weiterer Kollege gekündigt wurde. 5 Minuten vor ihm. Einfach so, ohne Vorwarnung, von jetzt auf gleich. Mir fiel die Kinnlade runter und ich wusste nicht was ich sagen sollte und blieb erstmal stumm.

Seitdem hab ich Blutdruck und eine unfassbare Wut in mir. Ich kann es nicht nachvollziehen, warum Menschen gekündigt werden, die ihren Job wirklich gut machen. Die Situation auf der Arbeit ist seit dem Tag angespannt. Niemand weiß wirklich woran er ist. Meinen Bürokollegen habe ich wirklich ins Herz geschlossen und von der einen auf die andere Sekunde ihn nicht mehr gegenüber von mir sitzen zu haben ist ein schlechtes Gefühl.

Hinzu kommt, dass ich nun seine Stelle auffangen muss und damit eine Doppelbelastung habe. Ich finde die ganze Sache so ungerecht und werde daran noch länger zu knabbern haben. Ich werde das Thema jetzt nicht weiter erläutern, weil ich nicht der Typ bin, der im Internet über seinen Arbeitgeber herzieht.

Ich bin froh, wenn endlich Wochenende ist und ich abschalten und die ganze Sache sacken lassen kann.

Der Kater den sie Robbie nannten

Heute stell ich euch meinen kleinen haarigen Mitbewohner vor. Gemeint ist damit mein Kater Robbie.
Robbie habe ich im Oktober 2012 aus dem Tierheim geholt und seitdem sind wir ein Herz und eine Seele. Direkt am ersten Tag ist mir schon seine lustigste Macke aufgefallen, er schläft am lieben auf technischen Gegenständen. Oben auf dem Bild pennt er grad auf meinem Kindle. Gerne genommen wird aber auch der aufgeklappte Laptop, die Fernbedienung oder das Handy. Natürlich wird dann sofort gemosert, wenn man genau dieses Gerät dann braucht und es ihm unterm Arsch wegnimmt.
rob
Der kleine Stinker macht mir jeden Tag ein bisschen besser. Wenn ich schlechte Laune habe, krall ich mir ihn und dann kuscheln wir uns beide glücklich. Wenn er richtig im Kraulfieber ist, dann darf ich sogar den Bauch streicheln. Das ist bei Katzen ja sowas wie eine Ehre! Während des Umzugs war er bei meiner Mama und stellte da das ganze Haus auf dem Kopf. Es war zwar nur eine Woche, aber ich hab ihn so vermisst und da erst festgestellt, wie wichtig so ein Haustier für die Seele ist.
robbie
Robbie hat über die Zeit von einigen Freunden unterschiedliche Spitznamen bekommen. Robbie nenn bzw. ruf ich ihn eigentlich nur noch, wenn er draußen ist und ich ihn reinlassen will.

Von mir wird er liebevoll Lord Katzenfell, Mobstar, Robstar, Sir Robbie oder auch Mäuschen (ja das ist schlimm, ich weiß es) genannt. Der erste Spitzname leitet sich natürlich von Game of Thrones ab.

Diana nennt ihn nur Cheeselover, weil er Käse abgöttisch liebt. Aber auch Joghurt und alles was mit Milch zu tun hat, findet der Herr rischtisch jeil!

Von meinen Freunden aus Hagen wird er Barrie genannt, weil er ja angeblich wie Barrie von den New Kids aussieht. Find ich jetzt nicht, aber der Name ist zu geil!

 

Ich gebe es zu: ICH LIEBE MEINEN KATER!

 

Huch, is ja schon März

Irgendwie rennt mein Leben in letzter Zeit an mir vorbei. Das Jahr 2014 fing für mich nicht wie lange geplant entspannt, sondern mit Stress an. Ich verbrachte den Jahreswechseln mit Freunden in einem Haus mitten im Wald und es tat so verdammt gut. Zuhause wieder angekommen, ging jedoch das normale Leben wieder los und trat mir mit voller Wucht in die Magengegend!

Neben dem Arbeitsalltag musste ich mir darüber im klaren werden, wie es weiter geht. Die jetzige Wohnung war zu Ende Januar bereits gekündigt worden und der Vertrag für die neue (eigentlich unsere gemeinsame) bereits Mitte Dezember unterschrieben und Ende Dezember wieder gekündigt.

Leider gibt es da diese Dreimonatsfrist für Kündigungen, also was machen mit den zwei Monaten? Alleine in die viel zu große und unmöglich alleine bezahlbare Wohnung am Arsch der Welt ziehen, ohne Auto und mit viel zu langem Arbeitsweg. Um dann in 2 Monaten wieder auf Wohnungssuche zu gehen und erneut mit Sack und Pack umziehen? Oder zwei Monate alle Habseligkeiten einlagern und bei Freunden bzw. bei meiner Mutter unterkommen? Oder aber sich finanziell ins absolute Minus schießen und direkt für Februar eine eigene Bude in Dortmund suchen und einfach mal zwei Monate lang doppelte Miete zahlen?

In solchen Situationen hätte ich am liebsten den Kopf in den Sand gesteckt und aufgegeben.

Letztendlich ist es die letzte Option geworden. Jedoch mit Hilfe meiner Familie. Alleine hätte ich diese Option niemals gewählt, obwohl es mir die liebste war. Ich glaube, alleine in der anderen Wohnung wäre ich eingegangen. Der Neuanfang hätte sich nochmals um zwei Monate verschoben und ich wäre emotional verkümmert.

Jetzt lebe ich nun schon einen Monat in meiner eigenen Bude und mir und Robbie gefällt es hier wirklich gut. Es ist schon komisch nun wieder alleine zu wohnen, aber so langsam gewöhne ich mich dran. Das große Bett weder komplett alleine für sich zu haben, die Wohnung so zu gestalten, wie ICH es will. Solche Kleinigkeiten machen mich glücklich.