Persönliches

I think we glow that fucking bright

Verliebt sein hat sich verändert. Ich weiß nicht ob das mit dem Alter zusammenhängt, oder ob man an jeder zerbrochenen Beziehung ein bisschen reift. Es fühlt sich nicht mehr an wie mit 16, ach noch nicht mal wie mit Anfang 20.

Früher waren die Prioritäten in Sachen Liebe bei mir einfach anders gesteckt. Dem Partner gefallen war wichtiger, als sich selbst treu zu bleiben. Das man im Gegenzug nicht mal respektvoll behandelt wird, habe ich dank rosaroter Brille gar nicht mal mitbekommen. Eifersucht empfand ich als schmeichelnd, schließlich hatte der Partner Angst einen zu verlieren. Heute sehe ich das aus einer ganz anderen Perspektive. Eifersucht ist nicht schmeichelnd, es zeigt mangelndes Vertrauen des Partners dir gegenüber.

Ich habe mich oft emotional, aber auch finanziell von meinem Partner abhängig gemacht. Klar ist es toll von seinem Freund im dicken Mercedes von der Arbeit abgeholt und schick zum Essen ausgeführt zu werden. Aber welchen nutzen hat das viele Geld, wenn dabei die Persönlichkeit und das Glück auf der Strecke bleibt? Wieso sich in einer Partnerschaft immer unterbuttern lassen und nicht glücklich sein, nur damit man nicht alleine ist?

Ich weiß nun mit Ende 20 was mir wirklich wichtig ist in einer Beziehung und spreche laut aus, wenn mir etwas nicht passt. Es geht nicht darum, wie viel Geld du auf dem Konto hast, welchen Wagen du fährst oder ob du nen großen Schwanz in der Hose hast. Wahre Gefühle, Vertrauen und Ehrlichkeit sind die Eckpfeiler einer guten Beziehung. Ich brauche keinen Blumenstrauß der mir deine Zuneigung aufzeigen soll, sondern möchte es mit eigenen Worten von dir hören.

Verliebt sein heißt heute für mich, sich gegenseitig zeigen, wie viel man für den anderen empfindet und was man an ihm schätzt. Männer müssen nicht immer hart sein, sondern sollte ruhig mal Schwäche zulassen. Die richtigen Worte können einen glücklich machen, die kleinste Geste einen den ganzen Tag retten.

Ich genieße gerade diese Zeit des verliebt seins und das Kennenlernen des neuen Partners so sehr. Gemeinsame Unternehmungen planen oder einfach ein ganzes Wochenende faul auf der Couch sitzen mit dem Liebsten machen mich wirklich glücklich. Langsam entdecke ich, was ich an ihm besonders schätze und mag, und das sind natürlich nicht nur Äußerlichkeiten wie <Schwärmmodus>sein tolles Lachen und seine Sommersprossen im Gesicht </Schwärmmodus>.

So das musste ich jetzt einfach mal los werden. Ich denke, ich bin nicht die einzige, die sich beziehungs- und gefühlstechnisch in den letzten Jahren gewandelt hat.

I feel like I’m breathing again

Bevor ich hier wieder anfange rumzusülzen, bitte ich euch die Stimme von Ellie Goulding zu huldigen, denn die Alte sieht nicht nur hammer aus, sondern ihr Stimm(chen) bringt mich immer mal wieder zur Verzweiflung. Natürlich weil sie so schön ist!

Kinners, manchmal da sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Und manchmal hat man dann jemanden, der einen an die Hand nimmt und durch eben diesen Wald führt. Ihr kennt das vielleicht, man ist auf der Suche nach einer Sache und versteift sich so darauf, dass die Suche nie ein Ende nimmt. Irgendwann ist man dann so verzweifelt, dass man kraftlos aufgibt. Und genau in diesem Moment findet man dann genau das, was man vorher suchte.

Wenn man dann die Gelegenheit erkennt, muss man nur noch über seinen inneren Schatten springen und ins kalte Wasser eintauchen. Egal wie sehr man sich fürchtet, denn wenn man diesen Moment ungenutzt verstreichen lässt, kann man sich das später nie verzeihen. Ich alte Schissbuchse, die immer kurz davor steht von ihren Ängsten zerfressen zu werden, hab den Sprung gewagt und bereue ihn sowas von gar nicht.

Denn manchmal findet man etwas, obwohl man eigentlich gar nicht mehr auf der Suche ist.

And I know what it’s like to be a child scared of the night

Halb 2 in der Nacht und ich liege wach in meinem Bett, mal wieder!
Dieses Bett habe ich seit Samstag Abend kaum verlassen, weil ich krank as shit bin. So schlecht hab ich mich seit Ewigkeiten nicht gefühlt.
Schlaflose Nächte, die kennen wir alle. Die Sonne geht unter, die Nacht bricht herein. Normalerweise wird man jetzt müde und sinkt langsam, sanft in den Schlaf. Mein Gehirn dachte sich heute mal wieder, dass es durchmachen will bis morgen früh. Yay, not!
Nun liege ich hier, denke wieder über viel zu vieles nach, habe Bauchschmerzen (krankheitsbedingt) und höre Ed Sheeran. In solchen Situationen bin ich also das stereotypische Mädchen. Ich hasse es schwach zu sein.
Und meine Gesundheit grätscht mir mitten in meine Gedanken rein. Am Montag war ich so schwach, das der Weg zur Arbeit doppelt so lange dauerte, als sonst und ich nach nicht mal 1 Stunde wieder nach Hause ging. Mein Körper hatte sich komplett runtergefahren, aber dank Elektrolytlösung geht’s wieder besser. Die schmeckt übrigens wie Eistee! Morgen werden Proben ins Labor geschickt und hoffentlich bin ich dann etwas schlauer. Ich hab kein Bock drauf, dass mein Magen wieder ramponiert ist. Drückt mir einfach die Daumen, das es nichts schlimmes ist!

5. Rad am Wagen aka Ersatzreifen!

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Abende wie diese machen mich glücklich und traurig zugleich.
Ich sitze auf der Couch zwischen Menschen, die ich nie wieder in meinem Leben missen möchte. Wir machen Späße, reden dummes Zeug und über die Arbeit, die uns immer öfter auf den Sack geht. Manchmal sieht man sich wochenlang nicht, manchmal mehrmals die Woche. Der Kontakt reißt nie ab.

Aber! Ja es gibt ein aber, sonst hätte ich im ersten Satz nicht das Wort traurig genutzt. Diese Menschen sind in einer Beziehung. Um genau zu sein, sind es zwei Paare. Und ich, die Frisch-Single Freundin in deren Mitte. Es geht zunehmend um Themen wie Hochzeit, Kinder kriegen und das eigene Haus. Da bin ich nun mal außen vor. Ich bin nur noch ich und kein wir mehr. Das stößt mir manchmal auf und dann kommt diese Traurigkeit in mir hoch, weil ich mich doch so nach einem wir sehne.

Trotzdem bin ich mehr als froh diese Menschen in meinem Leben zu haben. Hätte ich damals anders entschieden, wäret ihr nie in mein Leben getreten.
HERE’S TO OUR FRIENDSHIP T. P. L. A.

All hail the KING!

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Montag, 7.7.2014
Diana schreibt mir eine Nachricht, ob sie mich anrufen könne. Ich schreibe ihr ’na klar‘! Als sie dann in der Leitung ist, ist ihre Stimme anders als sonst, so ernst und traurig. Sie sagt mir sie hätte keine guten Nachrichten. Ich denke sofort, dass etwas mit ihr und Norm ist, aber als ob sie meine Gedanken lesen kann, verneint sie dies.
Die Worte die daraufhin folgen haben sich in mein Gehirn eingebrannt: „Daniel ist tot.
Ich schlucke und mir kommen direkt der Selbstmörder aus Gelsenkirchen, der ebenfalls Daniel hieß, in den Sinn. Ich frage sie: „aber er ist nicht der Daniel aus den Nachrichten?“ „Nein“, antwortet Diana. Daraufhin fängt sie an zu schluchzen und versucht mir zu erklären, was passiert ist. Ich laufe mit dem Telefon in der Hand durch die Wohnung ohne Ziel. Ich bin schockiert, kann meine Gedanken und Gefühle nicht in Worte fassen.

Mittwoch 9.7.2014
Ich erhalte eine Nachricht, nein eigentlich ein Foto. Daniels Todesanzeige in der Zeitung. Ich breche zusammen, Tränen laufen über mein Gesicht. Jetzt ist es so real. Vorher waren es nur Worte, aber jetzt steht dort schwarz auf weiß sein Geburts- und Todesdatum.

Freitag 10.7.2014
Eine Freundin leiht mir ihr Auto, damit ich an der Beerdigung teilnehmen kann. Eine Stunde Autofahrt trennt mich von Gelsenkirchen. Auf der Autobahn schwirrt mir so viel im Kopf herum. Wieso gerade er? Wieso auf diese Weise? WIESO??

Ich komm um 8:40 Uhr in Gelsenkirchen bei Norm an. Alle sind schon da und wir beschließen gemeinsam erst zur Trauerfeier zu gehen. Alle tragen schwarz. Eigentlich tragen wir fast immer schwarz, aber diesmal ist es anders, denn wir tragen es aus Trauer.
An der Trauerhalle treffen wir auf weitere Freunde, die Halle ist voll mit Menschen. Daniels Schwester und sein bester Freund halten eine bewegende Rede. Dann wird der Sarg an uns vorbei getragen und innerlich bricht in mir etwas zusammen. Da drin liegst du nun, es war deine eigene Entscheidung, es fühlt sich einfach nicht richtig an.

Am Friedhof setzt sich der Trauermarsch in Bewegung, es sind über 100 Leute gekommen um dir die letzte Ehre zu erweisen. Der Weg bist zum Grab fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Dann erreichen wir dein Grab mit dem provisorischen Kreuz, das deinen Namen trägt. Der Moment, in dem die Sargträger deinen Sarg zu Erde lassen, lässt all meine Mauern brechen. Wir stellen uns in die Reihe um dir ein letztes mal Lebewohl zu sagen. Ich stehe mit Freunden vor deinem Grab, sehe in dieses Erdloch und kann immer noch nicht glauben, dass du jetzt nicht mehr da bist. Ich nehme eine Hand voll Rosenblätter und lasse sie in dein Grad regnen.

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ALL HAIL THE KING!
Du warst für mich einer der lebensfrohsten und durchgedrehtesten Menschen, die ich kannte. Egal, weswegen du diesen Schritt gegangen bist, ich werde in Gedanken an dich immer ein Lächeln auf den Lippen haben. Ich verbinde mit dir so viele schöne Momente!
Die spontane Pyjamaparty, bei der wir alle nachts mit unseren Pyjamas durch Beckhausen gelaufen sind.
Die eine Geburtstagsparty bei deinen Eltern Zuhause, bei der wir alle ein weißes Unterhemd anhatten und aussahen wie du.
Wie du deinen hysterischen Hund einfach auf den Schrank gestellt hast. Die Momente im Diner.
Mit dir bin ich das erste mal Motorrad gefahren. Ich hatte solche Angst, aber du hast mir diese genommen.
Den einen Tag Rheinkultur, als du dir mit nem Schlüssel das Hosenbein abgeschnitten hast, weil dir warm war. Das Schnitzel all you can eat mit den kleinsten Schnitzeln der Welt.

Es gibt noch so viele andere tolle Gedanken, aber alle hinterlassen ein wohlig warmes Gefühl in mir.
Daniel, ich bin froh dich als Freund gehabt zu haben. In unseren Gedanken wirst du weiter leben!
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