Persönliches

I wanna be the one you can’t breathe without

Dieser Post steht unter dem Motto: Musste einfach raus.

Ich saß gerade nach einer erfrischenden Dusche mit einem Radler auf dem Balkon und hörte in der Dämmerung den zwitschernden Vögeln zu. Und genau da, in diesem Moment ging mir wie ein Stich durchs Herz.

Aber eigentlich fing alles schon viel früher an. Nach dem Abendessen habe ich beschlossen mich doch noch aus der Wohnung zu wagen und dem Körper ein bisschen sportliche Betätigung zu gute kommen zu lassen. Aber als ich da über die Halde lief, mit Kopfhörer in den Ohren, und nach einem gut temporierten plötzlich ein langsamer Song kam, musste ich anhalten, weil meine Brust plötzlich ganz schwer war.

Ich vermisse dich! Du bist zwar erst eine Woche fort, aber ich vermisse dich unendlich! Ich weiß, dass du in zwei Wochen wieder da sei wirst und wir endlich wieder zusammen einschlafen können, aber jetzt gerade, in diesem Moment, will ich einfach nur bei dir sein und deine Nähe spüren.

Ich merke, wie du einfach zu meinem Leben gehörst und ohne dich nichts so ganz rund läuft. Es gab Tage in dieser Woche da war ich so unkonzentriert und zerstreut, weil ich mit meinen Gedanken nur bei dir war. Aber verflucht noch mal, die zwei Wochen werd ich wohl auch ohne dich hin kriegen. Ich glaube diese Momente sind es, die den Slogan Love hurts verdient haben.

you are the one I cant breathe without!

my head wasn’t wired for this world

Wie vielleicht einige von euch bemerkt haben, habe ich schon länger nichts brauchbares mehr gebloggt, außer die monatlichen Retrospecktiven. Mein Blog ist für mich sowas wie ein Überdruckventil, sei es für überschäumendes Glück, brennende Wut oder tiefe Trauigkeit. Ich bin ein Mensch mit Emotionen und will diese nicht verstecken. Leider habe ich das Gefühl, dass ich viele Dinge, die mich derzeit bewegen, nicht richtig in die Öffentlichkeit tragen kann. Zum einen liegt das an der aktuellen Stimmung im Netz, die sicher nicht nur ich als beschämend empfinde. Zum anderen tingeln aber auch andere Gedanken in meinem Kopf rum, die ich lieber privat halten möchte, weil ja nun mal nicht alles von einem im Netz stehen sollte.
wolken
Meine Liste an Entwürfen wird immer länger und es tut mir selber im Herzen weh, aber sobald ich mich auf dem Blog einlogge und etwas schreiben möchte, ist da bei mir eine dicke Barriere und ich bekomme nicht mal einen vernünftigen Satz raus. Ich schreibe einen oder zwei Sätze, nur um sie 10 Minuten später wieder zu löschen, weil sie sich nicht richtig anfühlen. Dabei soll bloggen doch eigentlich Spaß machen. zumindest hab ich mir das immer als Credo gesetzt. Schreibe nur, wenn du von dem überzeugt bis, was du da gerade schreibst.
gelaender

Ich muss diese Blockade in mir selber lösen, wieder hinter dem stehen, was ich hier schreibe und in die Welt puste. Vorher hat es keinen Sinn halbherzig etwas zu schreiben und sich dann später zu fragen, was das eigentlich sollte.

Fühlt ihr auch manchmal so? Oder habt die Leichtigkeit am Bloggen verloren?

Mein Körper

Blogparade: Mein Körper und ich

Fee hat letzte Woche einen Beitrag auf ihrem Blog Fee ist mein Name veröffentlicht, der mir praktisch aus der Seele spricht. Und als sie dann am Ende des Beitrags zu einer Blogparade aufrief, war mir klar, dass ich auch meinen Senf dazu geben muss.

Mein Körper und ich, dass ist eine lange Geschichte gespickt mit Hass, Neid auf andere und Verzweiflung und tiefer Traurigkeit. Ich fange mal ganz am Anfang an.

Abitur

Kindheit, Pubertät & Schulzeit

Ich war als Kind nie dick und wenn ich heute Fotos von damals sehe finde ich mich sogar relativ schlank. Schon damals war ich eher der kleine Raufbold als das Prinzesschen. Aber dann kam die Pubertät und meine Mitschüler, die genau wussten, wie sie ein eigentlich sehr selbstbewusstest Mädchen wie mich, innerlich so zerstören können, dass ich nur noch ein Haufen Elend war und meinen Körper hasste. Ich habe ein breites Becken, was in den Augen der coolen Kids aber eher ein fetter Arsch war und ich wurde jeden Tag darauf hingewiesen, was für eine dicke Kiste ich doch hatte und wie ich es wagen kann Hüfthosen zu tragen. Zu dieser Zeit habe ich mir zum ersten Mal Gedanken über meinen Körper gemacht und immer mehr Makel gesehen. Meine Oberschenkel wurden immer breiter, mein Hintern größer und ich war irgendwann wirklich verzweifelt, weil keine Diät oder Sport halfen.

Nach dem Abitur wurde mein Umfeld zumindest besser, aber ich hatte immer noch diesen Körper, den ich nicht mochte. Leider wuchsen auch nach der Pubertät meine Ober- und Unterschenkel weiter an und ich traute mich mit kurzen Hosen gar nicht mehr aus dem Haus. Alles unterhalb des Bauchnabels war Sperrgebiet und ich hatte große Probleme überhaupt intim zu werden mit jemandem.

Diagnose Lipödem

Der Wandel kam dann im Jahre 2012, als meine Mutter mich anrief. Sie hatte einen Bericht im Fernsehen zum Thema Lipödem gesehen und ich sollte dringend zu Arzt gehen und das überprüfen lassen. Ich las mir unzählige Artikel zum Thema Lipödem durch und mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Wenn ich das nicht habe, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Ich machte einen Termin bei einem Experten in Düsseldorf und bekam von ihm folgende Diagnose: Lipödem der Stufe 2 an den Beinen und Armen. Ich war am Boden zerstört und ging zitternd aus der Praxis. Ich war zwar erleichtert, dass ich jetzt eine Diagnose hatte, aber gleichzeitig hatte ich jetzt diese chronische Krankheit und wusste nicht damit umzugehen.

Leben mit der Krankheit

Was tat ich? Ich rief  meinen besten Freund an und betrank mich maßlos mit ihm. Dass ich am nächsten Tag arbeiten musste, war mir egal. Ich war erstmal total fertig. Aber jetzt ging es ja erst los. Ich musste flachgestrickte Kompressionsstrümpfe tragen, jeden Tag! Die Teile sind nicht vergleichbar mit normalen Kompressions- oder Tromposestrümpfen, die Teile sind hardcore! Ich brauchte anfangs ca. 20 Minuten um die Dinger überhaupt an zu bekommen und war danach schweigebadet. Für die Arme bekam ich ebenfalls solche Würste, die hab ich einmal getragen und danach nie wieder.

Außerdem bekam ich Lymphdrainage um die angestaute Lymphflüssigkeit aus meinem Körper zu bekommen. Meine Physiotherapeutin war der hammer! Ich konnte mit ihr über alle meine Ängste reden und sie berichtete mir von Patientinnen, die es deutlich schlimmer getroffen hatte als mich. Ab da begann ich umzudenken, was meinen Körper angeht.

Die gängige Behandlung der Krankenkassen zog ich so 1 Jahr lang durch und informierte mich über neue Behandlungen und Ergebnisse verschiedenster Studien. Es gab da doch noch eine andere Option gegen das Lipödem: eine Operation! Ich kämpfte mehrere Monate mit meiner Krankenkasse, dass sie doch bitte die Kosten übernehmen sollen. Aber es hagelte nur Absagen und ich war wieder da wo ich angefangen habe, verzweifelt und mit diesem verhassten Körper alleine. Schlussendlich half mir meine Familie und so konnte ich die Operation endlich angehen. Seitdem bin ich ein anderer Mensch!

Und jetzt?

Nachdem die massiven Wunden abgeheilt waren (so eine OP ist kein Zuckerschlecken), gingen die Erfolgserlebnisse los. Ich kaufte meine erste Hose und zwar 2 Nummern kleiner als sonst. Die Schmerzen in den Beinen waren weg und ich konnte endlich wieder spazieren gehen so lange ich konnte. Die Kompressionshose fristet seitdem ein trauriges Dasein in der hintersten Ecke meines Kleiderschranks.

Ich habe viel mehr Selbstbewusstsein als früher. Ich weiß nun, dass ich für die Dellen und Wülste an meinen Beinen nichts kann. Ob ich mich nur noch von Salat ernähre oder einen dicken Burger futtere, meine Beine werden niemals glatt und straff sein. Ich werde immer Arme haben, die beim Winken hin und her schlackern. Aber wisst ihr was, es ist mir mittlerweile egal. Ich trage im Sommer kurze Hosen, Kleider und ärmellose Shirt. Beim schwimmen ziehe ich einen Bikini an und fühle mich nicht mehr unwohl, wenn neben mir am Strand eine Frau mit dem perfekten Körper liegt.

Es hat lange gedauert, bis ich meinen Körper akzeptieren konnte, aber mit 28 kann ich jetzt sagen, dass ich meinen Körper mag. Klar könnte der Bauch kleiner sein, aber es gibt einfach wichtigeres.

2012

Wenn jetzt jemand Fragen zum Thema Lipödem, der Operation oder sonst was hat, kann mich gerne Anschreiben. Ich stehe euch für Fragen gerne zur Verfügung!

Nicki, machs gut!

Donnerstag morgen erreichte mich ein sehr trauriger Anruf meiner Mutter. Im Grunde genommen wusste ich schon, wieso sie anruft, aber wollte es nicht wahr haben. „Ich war heute morgen beim Tierarzt.“ Spätestens nach diesem Satz wusste ich was los ist und mir stiegen die Tränen in die Augen. (mehr …)

Wie im Vakuum

Seitdem ich weiß das etwas nicht stimmt zwischen dir und mir, ist mein Körper in diesem Vakuum. Ich fühl mich hohl und gefangen in meinen Gedanken.
Leider gehört zum Erwachsensein auch zu lernen, wie man die Balance zwischen seinem Innenleben und der Welt da draußen halten kann.
Ich bin seither mal wieder die Person mit den zwei Gesichtern. Auf der Arbeit funktioniere ich so gut es geht und lasse mir wie immer nichts anmerken. Obwohl ich eigentlich lieber zuhause im Bett liegen würde und meinen Gedanken und Emotionen freien Lauf lassen möchte.
Aber das Leben ist bekanntlich kein Ponyhof und so bin ich gerade wieder an dem Punkt, an dem ich dieses Jahr schon viel zu oft war. Ich liege in meinem Bett, Tränen laufen mir übers Gesicht und ich fühle mich alleine und unverstanden.
Einzigst mein Ventil, diesen Blog, habe ich, um meinen Gefühlen Raum zu geben. Ich muss darüber reden, aber wenn niemand da ist, muss es eben so sein.
Ich denke viel über uns nach. Denke an all die schönen Momente, die sich in der kurzen Zeit angesammelt haben und mach mich dadurch nur noch mehr kaputt. Wieso diese Gedanken von dir, was habe ich getan, dass du so fühlst? Ich kann nur spekulieren, aber ich finde einfach keine Antwort.
Und diese Ungewissheit, wie es weiter geht, bringt mich jede Minute ein bisschen mehr um. Du alleine weißt was als nächstes passiert. Ich habe Angst!