RETROspecktive – KW 33

Wie ihr seht hab ich den Wochenrückblick umbenannt. Das klingt mir zu fad und irgendwie ausgelutscht und hat was von Deutschunterricht. Also nach Synonymen für Rückblick gesucht und bäm – die Retrospektive entdeckt. Aber weil Retro alleine so langweilig klingt, direkt ein bisschen Essen im Wort versteckt, also RETROspecktive. Find ich geil und beömmel mich gerade sehr.

Die Sache mit der Matratze

Ich hatte diese Woche Urlaub und hatte mir absolut nix vorgenommen. Na außer der Lieferung einer neuen Matratze, die dann aber sowas von flutschweich war, dass ich am selben Tag noch die Retoure beauftragte. Direkt nach diese Misere ging es ins Matratzengeschäft und jetzt kommt Montag hoffentlich die finale Matratze. Wir sind momentan bei Variante Numero 3, ich bin ja nicht so pingelig, dass ist der Herr des Hauses. Aber ständig getrennt schlafen, weil er n schmerzhaften Rücken von der jetzigen Matratze bekommt, ist auch keine Lösung. Es ist übrigens fast unmöglich einen gut sortierten Matratzenladen in Gelsenkirchen zu finden. Die jetzt final ausgesuchte ist aus nem Laden in Herten, der war richtig schön groß und die Frau schien mir auch kompetent.

Spontan nach Emden und Greetsiel

Meinen Urlaub habe ich unbewusst zusammen mit meiner Mutter un meinem Bruder genommen. Weil der Freund ausgeknockt war, hab ich mich kurzerhand bei meiner Familie zum Tagesausflug nach Emden eingeladen. Nach einer 3 stündigen Autofahrt (mein Bruder fuhr und der fährt echt nicht gut) kamen wir dann endlich in Emden an und meine Blase war kurz vorm platzen. Auf der A31 gibt es nämlich nur Rastplätze mit den widerlichsten Toiletten der Welt. Da bringen mich keine 10 Pferde drauf. Also ausgehalten bis Emden. In der Innenstadt bin ich dann total frech in nem Cafe einfach auf den Pott gegangen, danach war ich auch nicht mehr so grummelig.

Emden selber fand ich nicht schön. Ja toll es gibt da das Otto Huis, aber auch ne Hafenrundfahrt ließ mich immer mehr in eine gelangweilte Stimmung versinken und ich wollte nach Hause. Meine Familie wollte aber noch zum berühmten Lipsumer Leuchtturm – das ist der Otto Leuchtturm aus den Filmen! Ich musste total nörgelig den Navigator spielen, merkte aber schnell, dass wir richtig entschieden hatten. Ich brauchte einfach ein bisschen Salzwasser in der Luft und ein paar blöckende Schafe und meine Stimmung war wieder oben auf. Den rest des Tages verbrachten wir dann noch in Greetsiel, eine Stadt wie aus einem Märchenbuch. So stell ich mir Friesland vor, nur echt mit lecker Schwarztee.

Duisburg erkunden

Nach Emden war ich in Entdeckerlaune und wollte dem Freund endlich mal ein bisschen das Ruhrgebiet zeigen. Der wohnt hier seit 2009 und kennt im Grunde nix. Deswegen hab ich mir Duisburg ausgesucht. Zunächst ging es zum Innenhafen, den fand ich bei der Extraschicht 2014 sehr schön und die auch dieses mal im Sonnenlicht fand ich es dort sehr atmosphärisch. Das Wasser ist dermaßen klar, dass die Algen unter Wasser aussehen wie kleine Wälder. Wir haben Wasserhühner dabei beobachtet, wie sie unter Wasser schwammen und dann mit Algen für den Nachwuchs im Schnabel wieder an die Oberfläche kamen. Total faszinierend, sonst ist das Wasser ja eher trüb, dass man sowas gar nicht miterleben kann.

Weiter ging es dann zum Landschaftspark Duisburg Nord. Es ist für mich DAS Wahrzeichen der Industriekultur. Mir geht jedes mal das Herz auf, wenn ich diesen Hochofen sehe und ich bezwinge meine Höhenangst und erklimme die zig Stufen nach oben. Leider war es noch nicht dunkel genug und so konnten wir die tolle Beleuchtung gar nicht genießen. Dafür war die Luft so klar, dass man sehr weit sehen konnte. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich außer dem Wasserturm und dem Gasometer nichts zuordnen konnte. Unterhalb des Hochofens gibt es einen Bereich für Kletterer und wir schauten den Leuten von oben einfach mal zu. Es ist total spannend zu sehen, wie sie nur mit Hilfe ihrer Muskeln diese steilen Wände bezwingen. Irgendwann will ich das auch mal machen.

Nordpark Düsseldorf


Ich wollte schon sehr lange mal in den Nordpark in Düsseldorf, weil es dort auch einen japanischen Garten gibt. Das Wetter an dem Tag war um die 30 Grad und als wir endlich im Park ankamen, war ich total enttäuscht. Der ist so unglaublich klein und nicht sehr gut gepflegt. Außerdem waren da überall Kinder und so hauten wir schnell wieder ab. Am Rhein entlang gingen wir dann bis zur Altstadt und fuhren wieder nach Hause. Aber eins fiel mir auf: bei so eine heißen Wetter waren wirklich viele trainierende Menschen unterwegs. Ist das so ein Düsseldorf Problem, weil es da so viel Schickimicki gibt oder sind die Leute einfach nur wahnsinnig?

Korea in Castrop Rauxel vs. deutscher Grillabend


Samstag fand der koreanische Feiertag Gwangbokjeol statt, der wird im Zeichen der Unabhängigkeit Koreas von Japan gefeiert. Dazu treffen sich Koreaner aus ganz Deutschland in Castrop Rauxel. Das ist für den Außenstehenden jetzt sehr verblüffend, aber hier im Pott haben viele Koreaner im Bergbau und sonst wo gearbeitet. Wir sind eigentlich nur hin um die Schwester meines Freunds, deren Mann und den kleinen süßen Neffen zu sehen. Ich fand es extrem komisch so viele Koreaner auf einen Haufen zu sehen und war überwältigt von der Kultur. Aber irgendwie fand ich es spannend.
Abends hatte dann mein Bruder eingeladen und es gab Spezialitäten vom Grill. Meine Mutter hat die besten Cevapcici der Welt gemacht und ich hab mich so voll gefressen. Es war alles so lecker. Übrigens fing es pünktlich zum grillen so richtig an zu schütten. Es goss wie aus Kübeln und wir saßen im Garten unterm Pavillon und mussten uns anschreien, weil der Regen so laut war. Und als wenn wir die Uhr nach gestellt hätten, fing es genau dann auf, als wir fertig waren. Das war total verhext. Aber bei Sonnenschein grillen kann ja jeder.