Lieblingshalde

Wenn man im Pott geboren ist und dort aufwächst, dann kennt man Halden wie seine Westentasche. Allein in Bottrop gibt es so viele Halden, dass ich die vielleicht zählen könnte, aber die Namen nicht alle auf die Kette bekomme. Die berühmteste ist sicher die Halde Beckstraße mit dem Tetraeder oben drauf. Es gibt aber auch noch die Halde Haniel, oder Kreuzhalde, wie ich sie nenne. Die ist so berühmt, da war sogar schon der Papst Johannes Paul II. drauf und hat sich das Kreuz mal von näherem angeguckt.


Halde_aussicht
Und wenn es solch eine riesen Auswahl an Halden gibt, dann hat man natürlich als Pottler seine Lieblingshalde. Meine ist die Halde Rheinbaben, gelegen zwischen Bottrop und Gladbeck, praktisch direkt auf der Grenze. In meiner Familie hat eigentlich jede Halde nen anderen Namen, als den offiziellen. Deswegen heißt die Halde Rheinbaben bei mir Erdbeerhalde. Wieso, fragt ihr euch jetzt sicher. Das ist nämlich so, wenn man im Sommer über die Halde läuft, kann man in einem bestimmten Areal ganz viele wilde Erdbeeren entdecken. Als Kinder haben wir uns da immer durchgenascht wie die bekloppten.

Halde_Erdbeere Halde_Blume Halde_Pilz

Was ich besondern schön an dieser Halde finde, das ist der Birkenwald auf dem höheren Plateau. Man fühlt sich in einer komplett anderen Welt, weil man ringsherum nur Birken sieht. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht!

Halde_birkenwald
Halde_birkenwald2


Halde_birkenwald_hund
Halde_gebrochener-Stamm

Außerdem ist der Rundgang über die Halde wie ein kleiner Abenteuerspaziergang. Es gibt nämlich keinen richtigen Rundweg, der wurde von Wanderern selbst angelegt und besteht zwar aus einem Hauptweg, der Rückweg ist allerdings nur ein schmales Pättken. Der Spaziergang über die Halde dauert etwas über eine Stunde, weswegen man auch einfach mal zwischendurch die Halde erklimmen kann. Wobei erklimmen zu hoch gegriffen ist, die Halde ist nämlich nicht sonderlich hoch, dafür aber besonders grün!

Halde_gelbe-Pflanzen


Halde_Weg_Brennesseln

Als ich zuletzt auf der Halde war, gab es dort noch erhebliche Sturmschäden. Das Holz knarzte bei jedem kleinen Windhauch und zwischendurch raschelte es in den Baumwipfeln und Äste plumsten zu Boden. Deswegen bin ich mit Nicki (der Hund auf manchen Fotos) auch ganz vorsichtig spaziert. Sie fand es aber total spannend und hat wirklich an jeder Ecke geschnuppert. Aber auch fotografisch konnten die abgeknickten und zum Teil zerschmetterten Bäume echt was her machen.