Phoenix West – Rost und Stahl

Industriekultur ist im Ruhrgebiet allgegenwärtig. Der Pott wurde durch Stahl und Kohle gezeichnet und präsentiert auf ganz eigene Weise seine Vergangenheit. Viele Zechen und Hochofenwerke gab es früher tief im Westen, heute sind diese jedoch keine Ruinen oder komplett vom Erdboden verschwunden. In fast jeder Stadt im Ruhrgebiet gibt es sie noch, die ausgedienten Stahlriesen, die nun als Industriedenkmal oder Landmarke die Umgebung verschönern und die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Seit ich klein war, sind wir in den Sommerferien immer zu den unterschiedlichsten Industriedenkmälern gefahren und damals wurde dieLiebe zu Stahl und Rost in mir geweckt. Bis heute fühle ich mich sau wohl im Pott und kann niemanden verstehen, der den Westen als schmutzig und grau betitelt.

In meinem neuen Hometown Dortmund gibt es natürlich auch Industriedenkmäler und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Phoenix West in diesem Jahr zum ersten Mal besuchte. Dabei wohne ich ja praktisch umme Ecke von Hörde. Deswegen schnappte ich mir eines schönen Sonntages meine Kamera und setzte mich in die U 41 um meinem Herzen und Augen etwas schönes zu bieten. Eins vorweg: es hat sich gelohnt!
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Der Hochofen Hoesch Phoenix West wurde 1852 erbaut und mit dem Ende der Stahlindustrie in Dortmund im Jahre 1998 aufgegeben und teilweise nach China verschifft. Die Überreste der Hochofenanlage sind nun denkmalgeschützt und leider nicht frei zugängig.

Aus dem Rest der Anlage, die natürlich viel größer war als auf den Bildern zu sehen, bzw. dem Areal wurde neben dem Phoenixsee (dem Bodensee des Ruhrpotts) auch ein neues Industriegebiet geschaffen, in dem sich viele Firmen aus dem Bereich der Mirko- und Nanotechnologie sich niedergelassen haben.

Wer sich jetzt denkt wie ich kann mir den Hochofen nicht von innen anschauen, dem kann ich sagen, dass es seit 2011 die Möglichkeit gibt, den Hochofen über den sogenannten Skywalk zu besichtigen. Das steht übrigens ganz oben auf meiner To-Do-Liste. Es werden normale Führungen, aber auch welche für fotogebegeisterte angeboten, sprich keiner motzt dich an, wenn du mal etwas länger brauchst für das perfekte Bild.

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Der Ausflug zum Hochofen hat sich gelohnt, auch wenn man nur von außen die Anlage beschnuppern kann. Es war schön mal wieder verrosteten Stahl zu sehen und die Vergangenheit einer Stadt so nah vor Augen zu haben. Die Umgebung um den Hochofen ist auch sehr schön, denn neben dem Hochofen gibt es noch andere Dinge zu bestaunen auf Phoenix West. Mehr dazu aber in einem anderen Beitrag.

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